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Militärhistorische Museum der BundeswehrDas Militärhistorische Museum der Bundeswehr befindet sich im 1877 fertiggestellten Arsenalhauptgebäude, einem klassizistischen Bau im Zentrum der Albertstadt. Nach einer längeren Umbauzeit nach dem Entwurf von Daniel Libeskind wurde das Museum am 15. Oktober 2011 wieder in seinen ursprünglichen Räumen eröffnet. Bis Anfang 2012 gibt es für alle Interessierten und Besucher kostenlosen Eintritt und damit eine fabelhafte Möglichkeit, sich selbst einen Eindruck vom Museum, seiner neuen Architektur und der Ausstellung zu machen.

Die unübersehbare Veränderung in den knapp sieben Baujahren ist der in das Gebäude integrierte Keil. Er unterbricht die Symmetrie der ursprünglichen Architektur, wirkt grotesk, grob und erzeugt damit genau den richtigen Eindruck, den ein militärhistorisches Museum erzeugen sollte. Krieg ist grotesk, fügt sich nicht in bestehende Verhältnisse und Zusammenhänge ein, zerreißt und trennt. Der Keil vollendet das Arsenalhauptgebäude als dekonstruktivistisches Bauwerk und spiegelt die erzählerische Formensprache Libeskind wieder.
Die Form des Keils erinnert an die Angriffsformation der britischen Bomberverbände und zeigt auf den Ort, der als Zielmarkierung für die Piloten gesetzt wurde. Die Verkleidung der Fassade wurde mit Blechprofilrosten aus Aluminium vorgenommen. Diese werden sonst für Treppen und Stege aufgrund ihrer Rutschhemmung eingesetzt, fügen sich in dieser Konstruktion aber wunderbar ein.
Abgesehen von der bedrückende Ernsthaftigkeit bietet sich in der Spitze des Keils ein besonderes Schmankerl; einen schönen, wenn auch perforierten Blick auf Dresden in Richtung Frauenkirche und Altmarkt. Zudem wird der Raum in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang mit einem wunderschönen, orangenen Licht geflutet und lässt vergessen, wo man sich gerade befindet.

Blick auf Dresden aus dem Keil

klicken für mehr Bilder/click to see more :: photo by Sophie Hölzel

Das Gebäude selbst wurde seit seiner Erbauung im Jahr 1877, mit Ausnahme von 1945 – 1972, schon immer im Zusammenhang mit dem Militär und militärischem Gerät genutzt. Seit 1914 wurde es erstmals als Armeemuseum genutzt. Das heutige Militärhistorische Museum der Bundeswehr befindet sich seit 1990 in dem Gebäude und ging aus dem Armeemuseum der DDR hervor.
Am 14. November konnte das Museum seinen 100.000 Besucher begrüßen, angesichts des kostenlosen Eintritts und der sich deshalb frei und unkontrolliert bewegenden Menschen ein Zählwunder.
Die Ausstellung ist sehr locker und modern gestaltet, die Rundgänge in der Räumen des Keils enden aufgrund seiner Form allerdings nicht selten in einer Sackgasse. Negativ anzumerken sind auch die Beschriftungen der Ausstellungsstücke. Oftmals sucht man zum entsprechenden Objekt des Interesses den erklärenden Text, die nicht immer eine sinnvolle und erwartete räumliche Nähe haben. Hinzu kommt, dass sie teilweise auch zu klein beschriftet sind.

ausgestopftes Schaf im MHM  ausgestopfter Hund im MHMausgestopfter Löwe im MHM

Uns hat die Ausstellung gefallen und empfehlen sie deshalb auf jeden Fall weiter. Sie beschäftigt sich eben nicht nur mit dem Krieg, indem sie seine Schrecken in Form von Waffen, schwerem Kriegsgerät und Amputationen zeigt, sondern betrachtet Krieg umfassend. Wie er sich in unsere Köpfe festgesetzt hat und sich auf Spielzeug auswirkt, welches die Aufgaben von Tieren in diesem Zusammenhang sind, welche Auswirkungen der Kalte Krieg und Krieg allgemein auf den technischen Fortschritt hat. Das macht die Ausstellung sehr abwechslungsreich und umso interessanter. Man gibt den Exponanten genügend Freiraum, damit sie ihre Wirkung entfalten können, hat eng gestellte Schaukästen mit Wissen, innerhalb derer sehr nah in Kontakt mit der Thematik kommt. Der eigene Schutzraum, innerhalb dessen man „Krieg“ nicht an sich herankommen lässt, wird gebrochen.
Hingewiesen sei noch auf die Zweigausstellung auf der Festung Königstein, die mehr auf Waffen und Geschosse eingeht.

Krieg in Form von Spielzeug

Krieg mit Spielzeug/war toys :: photo by Sophie Hölzel

English:
The Military History Museum

The Bundeswehr Military History Museum is placed in the 1877 finished military arsenal, a classicistic building in the heart of the Albertstadt. After a long rebuilding time according to the design of Daniel Libeskind the museum was reopened at the 15th of october 2011. Until the beginning of 2012 there is the possibility to use the free admission and have an own look at the museum, its new architecture and exhibition.

Within the almost seven years of building time the most obvious changing is the wedge. It interupts the symmetrie ot the original military arsenal, appeals grotesque, coarse and creates the proper impression, a military museum should have. War is grotesque, won’t fit into excisting conditions and relationships, is disrupting. The wedge completes the military arsenal as a deconstructivistic building and reflects the narrative design language of Libeskind.
The figure of the wedge is reminiscent of the attack formation of the british bomber wings and points in the direction of the target mark, which was set for the pilots. Its cladding is made of aluminium blanks, usually used for stairs and jetties because of its good skid resistance, which fits perfectly.
Besides the pure seriousness the top of the wedge holdes a special gift; a lovely but perforated view over Dresden towards the Church of Our Lady and the Altmarkt. On top of that, the sun floods the room with warm and orange light in the hour before sunset and because of that, you forget about the place and its relevance.

Keil des Militärhistorischen Museums in Dresden

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Since its building process in 1877 the military arsenal was ever used in context with the military or military equipment, except the time from 1945 till 1972. The usage as a military museum began in 1914. Today’s Bundeswehr Military History Museum is using the military arsenal since 1990 and proceeds the GDR Army Museum.
At the 14th of november the museum had welcome its 100,000 visitor. In fact of the free admission and the visitors, milling around because of that, they used to have a good measurement.
The exhibition is arranged very loose and modern, the walkabouts inside the wedge often end up in dead ends. To note a negative impression, the captions of the exhibition pieces are often to small and hard to find. Quite often you find yourself searching for the proper caption, because they aren’t at the place, where you’d expect them to be.

In our opinion, this is a good exhibition and we recommend a visit. It isn’t only concerned with the war by showing its scare with weapons, heavy military equipment and amputation but talking about the war in a broad view. How is it settled in our heads and effects toys, which are the purposes of animals and how did the Cold War effect the technical progress? That’s why the exhibition is very diversified und interesting. The samples have enough space to unfold their effect, narrow positioned show cases filled up with knowledge get you deep contact with the topic „war“. Your own shelter in mind, where there is no space for war, is broken.
It should be pointed out that there is a branch exhibition in the Königstein Fortress, where you can see more weapons and huge projectiles.

Leitsystem im Militärhistorischen Museum in Dresden

Leitsystem/guidance system :: photo by Sophie Hölzel

Koordinaten der Sehenswürdigkeit / Coordinates of the sight:
Lat = 51.078333 N, Lon = 13.760000 E (OpenStreetMap, GoogleMaps)

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